By 19. Mai 2011 0 Comments Read More →

Die neue eBook-Kultur: schnell & billig statt aufwendig und teuer?

Kindle eBook ReaderDie Eröffnung des deutschen Amazon Kindle Shops hat – wie erwartet und erhofft – viel Dynamik in den deutschen eBook-Markt gebracht. Auf beiden Seiten – auf jener der Käufer und Leser sowie jener der Autoren und Verlage. Die Leser schätzen dabei offensichtlich vor allem auch die günstigeren Preisen. Wie anders wäre es zu erklären, dass die günstigen eBooks in der Bestseller-Rangliste ganz vorne liegen [siehe unseren Artikel über die Preisentwicklung im Kindle eBook Shop].

Wer die tatsächlich fundierte und anspruchsvolle Diskussion auf Literaturcafe.de zu dem von Wolfgang Tischler vorgelegten Erfahrungsbericht: das eigene Kindle E-Book bei Amazon verkaufen verfolgt, der merkt, dass auch die deutschsprachigen Autoren beginnen, die Kindle Publishing Plattform, mit all ihren Vorteilen und Tücken, zu entdecken. Insgesamt eine sehr schöne Entwicklung und ebenso spannend ist es, die Diskussionen zu verfolgen.

Heute hat dann Wolfgang Tischler eine aus meiner Sicht bemerkenswerte Analyse über seine bisherigen Erfahrungen mit dem Kindle eBook Reader und den eBooks insgesamt auf buchreport.de vorgelegt [Anmerkung: ich muss ihn einmal kennenlernen]. Dabei präsentiert er die Hypothese, dass die Leser eventuell verminderte Qualitäten bei den eBooks mit den niedrigeren Preisen eher in Kauf nehmen als perfekte oder besser gemachte eBooks bei gleichzeitig höhreren Preisen. Diesbezüglich zitiert Wolfgang auch eine interessante Studie, die ich bisher noch nicht kannte.

Wolfgang Tischler

Wolfgang Tischler

Wolfgang Tischler: “Daher sollte man als Verleger nicht die mangelhafte Qualität dieser Werke belächeln und sich in Sicherheit wiegen. Auf Dauer könnte es den Lesern solcher E-Books wie den Hörern mangelhaft-kodierter MP3-Dateien gehen: Wie eine Untersuchung der Universität von Stanford zeigte, gewöhnen sich die Hörer an die schlechtere Wiedergabequalität, sodass sie sie nach einiger Zeit sogar den hochwertig kodierten Titeln oder CDs vorziehen.”

Was Wolfgang hier aus seiner jüngsten Erfahrung und den Erkenntnissen der zitierten Studie schlussfolgert, das deckt sich exakt mit unseren Erfahrungen der letzten beiden Jahre: teure eBooks verkaufen sich nicht bis schlecht. Der Preis spielt eine wesentliche Rolle beim Verkauf elektronischer Medien, ob MP3-Musik oder eBooks. Der Leser nimmt dabei offensichtlich lieber eine schlechtere Qualität in Kauf, wenn dafür der Preis stimmt, als dass er bessere Qualität für einen höheren Preis kauft. Ob man das als Autor oder Verlag gut findet, es ist offensichtlich Tatsache. Darauf haben sich Verlage wie Autoren einzustellen. Ansonsten, so sieht es Wolfgang Tischer und so sehen es wir, geraten die Verlage in eine Kosten/Ertragsfalle. Falsche Eitelkeiten oder Befindlichkeiten sind hier nicht angesagt. Der Kunde bestimmt, was er will!

Was ist Eure Meinung dazu?

About the Author:

Ich blogge seit vielen Jahren, lese noch viel länger und bin ein großer Fan der neuen Medien in Sachen Lesen. Seit 2009 beschäftige ich mich mit E-Books und eReadern bzw deren Möglichkeiten.

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